15/07/2026 0 Kommentare
Orgelkonzert -Tastenspiele - Roman Summereder
Orgelkonzert -Tastenspiele - Roman Summereder

Tastenspiele - Orgelkonzert
Grand Dialogue - David, Respighi und Klaus Huber ist auch dabei
Johann Nepomuk David: Fantasia super „l´homme armé“ (1929)
Ottorino Respighi: Preludio in si-bemolle Corale di Bach
„In dich hab ich gehoffet, Herr“ (1912)
Johann Nepomuk David: Toccata und Choral über
„In dich hab ich gehofft, o Herr“
Klaus Huber: Invention „In te Domine speravi“ (1964)
Johann Nepomuk David: aus Choralwerk XVI
„O du armer Judas, was hast du getan“ (1967):
1. Satz - Con moto
Ottorino Respighi: Preludio in la-minore sopra un Corale di Bach
„Ich hab mein Sach Gott heimgestellt“ (1910)
Johann Nepomuk David: aus Choralwerk XIV (1962):
„Mitten wir im Leben sind vom Tod umfangen“
Ottorino Respighi: Preludio in re-minore (1910)
Roman Summereder (Wien), Orgel
Roman Summereder schreibt zu seinem Programm:
Einen Grand Dialogue bestreiten heute Abend drei Komponisten mit ihren kontrastreichen Zugriffen auf das reformatorische Lied zu Psalm 31 „In dich hab ich gehoffet, Herr“. Während J. N. David, 1932, und Klaus Huber, 1964, die lapidare dorische Melodie aus Martin Bucers Straßburger Gesangbuch verarbeiten - und dies mit ziemlicher Vehemenz - greift Ottorino Respighi, 1912, die sanft fließende Dur-Melodik auf, die Bach in Kantate 52 („Falsche Welt, dir trau ich nicht“) mit Adam Reussners Psalmdichtung verbindet. Diese Melodie ist jedoch eher mit dem Text “Mein schönste Zier und Kleinod bist“ bekannt.
Überdies dialogisiert Respighi, der italienische Katholik und Meister orchestraler Koloristik, im versonnenen Preludio corale „Ich hab mein Sach´ Gott heimgestellt“ mit dem fernen Protestanten Bach und läßt im furiosen d-moll-Präludium Bezüge zum deutschen Zeitgenossen Max Reger durchschimmern. Einen Dialog konträrer Ausdruckswelten eröffnet schließlich J. N. Davids Oeuvre in sich selbst: von seiner Fantasie über den frankoflämischen „homme armé“-Cantus - als noch romantische Hommage an Josquin Deprez - spannt es einen weiten Bogen hin zur harschen Zwölfton-Polyphonie der 1960er Jahre.
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